Minnesota: Bei den Johnsons

Seit Freitagabend bin ich wieder bei den Johnsons. "Die Johnsons", dass klingt wie die Durschnittsfamilie in den USA. Ähnlich wie die "Müllers" in Deutschland. Dabei ist es hier so alles andere als durschnittlich.

Am Freitagabend war ich kurz davor nochmal ein Uber zu rufen, denn die letzte Busverbindung in den Vorort "Minnetonka" hat Corona wohl nicht überlebt. Dann war mein ehemaliger Gastschüler Owen aber bereit, mich aus der Innenstadt abzuholen. Nachder langen Busfahrt aus Chicago war das sehr angenehm. 

Die Jonhsons kenne ich von meinem Austausch mit der Minnetonka-Highschool. Damals durfte ich hier 3 Wochen lang leben. Weil ich mir hier so dermaßen wohlgefühlt habe, habe ich den Mit aufgebracht nach zwei Jahren ohne Kontakt, anzufragen, ob ich nicht für eine Woche hier bleiben dürfte. Wie sich herausgestellt hat, bin ich in der stressigsten Woche des Jahres hier. Nichtdestotrotz wurde ich mit offnen Armen empfangen.

Das Haus, gelegen im charmanten Excelsior, gleicht einer Villa. Nach der langen Zeit in Hostels bin ich es nicht gewohnt, ein eigenes Zimmer und Bad zu haben. Und der Hund mag mich auch.

Am Freitagabend bin ich hier angekommen und wurde gleich mal mit gesundem Essen verpflegt. Gott, wie ich richtiges Brot vermisst habe. Das Toast ist in den USA wirklich nicht gut. Besonders so eine Erdbeere ist doch echt lecker. Okay, das klingt jetzt alles ein wenig merkwürdig, aber es war einfach nicht abwechslungsreich die letzten Wochen.

Um mich aber in Schuss zu halten, habe ich am Samstag eine 60 minütige Krafteinheit hinter mich gebracht. Ich will echt nicht fett werden. Dafür muss man hier aber auch echt was tun, denn irgendetwas packen die allgemein ins Essen, wenn man irgendwo essen geht.

Meine Sorge war jedoch nicht mehr so groß nachdem ich einen Kurzbesuch bei meinem Camp gemacht habe. Ich wollte es mir schon einmal angucken und Dylan, ein alter Freund aus der Highschool, war so freundlich mich zu fahren. Da das Camp ziemlich weitläufig  ist und z.T ein hohes Gefälle besteht, denke ich, dass Zunehmen nicht leicht fallen sollte.
Im Camp habe ich noch die Programmdirektorin und Hector, einen Mitarbeiter aus Mexiko, getroffen.
Mit Dylan war ich noch ein paar Sachen bei Target kaufen. Er macht nächstes Jahr ein Austauschsemester in Koppenhagen. Man sieht sich also!

Danach war so eine Phase, die ich hier als Ruhephase bezeichnen würde. Jeder ist beschäftigt, weil Geburtstage und andere Events anstehen, also hab ich einfach einen Film angefangen. Dann gab es ziemlich gute Pizza und ich musste für Lilias Freunde beweisen, dass ich als Deutscher auch wirklich bis 10 zählen kann. Das war ziemlich genau Samstag. Am Abend unterhalte ich mich gerne noch mit Heather, der ehemalige Gastmutter. Ich finde in diesen Unterhaltungen merkt man am deutlichsten, wie falsch doch die generelle Außenwahrnehmung über die Amerikaner in den letzten Jahren war. 

Tja und heute wurde ich zur Konfirmation der Jüngsten eingeladen. Während die angereiste Familie hier war habe ich mein Bestes gegeben, Unterhaltungen spannend zu gestalten. Um ehrlich zu sein, ich war aber irgendwie total erschöpft. Ich glaube die Kombination aus Pollenallergie und 24/7 Übersetzen ist für mein Gehirn doch anstrengender als gedacht. Heute Nachmittag habe ich allerdings eine Lösung gefunden: Kaffee! Ich brauche jetzt einfach eine Tasse am Nachmittag, damit die Maschine im Kopf noch läuft.

Aber die Konfirmation war wirklich spannend. Nicht weil mich das Christentum interessiert, sondern weil eine Messe einfach ganz anders ist, als bei uns. Vielleicht fassen wir es mal so zusammen: der Priester lehnte sich über das Pult, erzählte von seiner College-Zeit und spielte auf der Gitarre. Begleitet von einer wirklich guten Band mit fantastischen Sängern, hat dieser Gottesdienst mir mal Freude bereitet. Zum Schluss waren gefühlt noch die Gewinner von the voice kids usa da und haben gesungen. Eine wirklich spannende Erfahrung mal zu so einem Gottesdienst zu gehen. Jetzt würde ich gerne noch mal zu einem Gottesdienst mit Gospelmusik gehen...

Am Abend haben Sie wieder fantastisch gekocht. Aber das war ziemlich genau Sonntag. Ich glaube gleich gibt es noch mal gasbetriebenes Lagerfeuer und dann muss ich sehen, was ich die Woche über machen kann. 






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