Washington - you never travel alone!

Was ist alles, seit dem letzten Blogeintrag passiert? Eine Menge! Gestern werde ich auch heute hier zusammenfassen. Also viel passiert, los geht's!

Es war von mir eine ziemlich gute Idee nochmal die Busabfahrtszeit zu checken und den Wecker zu stellen. Der Bus fuhr nämlich um 10:30 und nicht um 4 Uhr nachmittags. Gut, dass ich das noch rechtzeitig bemerkt habe. Dann bin ich also zum Busbahnhof von Flixbus gefahren und habe nach einigen hin und her (immer das, keiner weiß, wo es lang geht, darum fragt jeder jeden) habe ich den Bus gefunden.

Der Flixbus hat mich komfortabl nach Washington DC gebracht. Hier bin ich im Duo Hostel eingecheckt. Ein fantastisches Hostel kann ich nur sagen!

Es ist wieder eines dieser kleinen aber feinen Hostels. Es ist nicht billig aber har drei Etagen. Das Highlight ist vermutich das Dach, wo sie eine Chill-zone eingerichtet haben. Die Betten sind topp und jeden morgen werden (bis 10 Uhr) Pancakes für alle zubereitet. Küche und das Esszimmer sind vergleichsweise klein. Das hat aber auch Vorteile. Die beste Idee des Hostels wurde mir am Eingang gezeigt: ein Schuhregal. Wie genial! Den, wenn ich ehrlich sein soll, stört mich eine Sache an normalen Hostels, der Gestank nach Käsefüßen im Schlafsaal. Hier haben sie eine gute Lösung gefunden, einfach ein schuhfreies Paradies zu schaffen.

Was mir aufgefallen ist, dass dieses Hostel aufgrund der relativen Enge (ist in ein reguläres Haus gebaut), die Gruppendynamik total verändert. Hier ist es wie in einer Familie zu sein. Nachdem Einkaufen, hat erstmal jeder mein Essen (Fertigreis) komplimentiert. Gleich am ersten Tag habe ich gleich mehrere sympathische Leute kennengelernt. Da wären:

- der Geologe aus Holland
- die Franzisinnen aus Paris
- die  "isch"-akzent Irin
- die Briten
- den Südlondoner, den ich schon im New Yorker Hostel kennengelernt habe
- der Professor aus Polen
- uvm

Von dem Professor aus Polen wollte ich natürlich wissen, wie er zum Krieg steht, wo sein Land doch soviel direkter damit konfrontiert ist. Wir haben dann lange über die Beziehung der beiden Länder und den Krieg gesprochen, weil es auch irgendwie sein Dissertationsthema war. Eine sehr sehr interessante Unterhaltung ( wir Deutschen werden übrigens im populistischen Staatsfernsehen total schlecht gemacht). 

Im Grunde genommen war das aber Tag. Ich habe nicht viel gemacht, aber doch einige Leute kennengelernt.

Am nächsten Tag, habe ich mal das Frühstück hier genossen. 9 Pancakes mit Sirup für Lenny! Danach viel mir das Laufen nicht mehr ganz so leicht. Beim Frühstück habe ich übrigens die Irin kennengelernt. Die wollte mich netterweise in eine Bar mit ihren Freunden mitnehmen. Die meisten denken irgendwie, dass ich 25 bin. Mal sehen, vielleicht schmuggelt sie mich rein.

Ja, aber ich kann nur hervorheben, wie nett alle sind. Nachdem Früstück bin ich ziemlich spät aufgebrochen. Dann bin ich jedoch losgezogen. Diesmal wieder in Sommerkleidung!

An der Union Station vorbei, bin ich zum Supreme Court, wo mich die netten Fahrradpolizisten der Capitol Police darauf hinwiesen, dass ein Besuch des Gebäudes, aufgrund der Proteste gegen das geplante Abtreibungsverbot, nicht möglich ist. Aber von außen sieht es auch gut aus.

Anschließend bin ich zur Bücherei des Kongress gegangen, was an sich überhaupt nicht spannend klingt. Es war jedoch eine richtig gute Entscheidung!

Es ist ein wirklich prachtvolles Gebäude, dass wir alle Museen in Washington kostenlos ist! Sehr cool. Nicht nur ist es aber beeindruckend, die Leute die dort, vermutlich ehrenamtlich, arbeiten, sind die engagiersteten Museumsführer, die ich je getroffen habe. Mit einer älteren Dame, hab ich mich länger, über die Gutenbergbibl unterhalten, die soviel mehr zu erzählen hat, als ihr Inhalt (z.B. warum hat sich Gutenberg für diese Schriftart entschieden? Er hätte auch jede andere( als Gothic) wählen können. Es hat sie gewählt, weil sie derer der Mönche am ähnlichsten aussah und so hoffte er auf mehr Akzeptanz gegenüber dem neuen Medium "Buch".).

Also das war schon einmal ziemlich nett. Anschließend hat mich die Fotoausstellung und die gezeigte Doku wirklich umgehauen. Ich hatte noch nie viel für Fotografie übrig, aber diese Fotos haben wirklich etwas mit mir gemacht. Jedes Einzelne hat etwas anderes in mir ausgelöst. Hier sind ein paar:

Das war also eine willkommene Überraschung. Dann hab ich dort auch noch die Französinnen wiedegetroffen und wir sind zusammen Mittagessen essen gewesen. Endlich mal eine Möglichkeit, dass alte Schulfranzösisch aufzubessern!

Im Anschluss war es schon verhältnismäßig spät. Die meisten Museen waren im Begriff zu schließen. Von daher entscheid ich mich dazu, die Denkmäler der National Mall zu besuchen.

Das Capitol habe ich natürlich auch noch passiert. Irgendjemand wichtiges muss das gerade verlassen haben. Auf den Bildern kommt es schlecht heraus, aber die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm.
Dann also ab zum Washington Monument habe ich mir gedacht. Boah, was mich brutal (wirklich schlimm) nervt, sind die Eiswagen mit ihrer Binmelmusik! 
Von dort aus, ist das WW2-Memorial nicht weit entfernt, also hab ich mich dort mal knipsen lassen.
Die "National Mall" ist eine riesige Grünfläche, an der sich die meisten Gedenkmäler, Museen und Attraktionen in D.C. befinden. Also auch ein sehr touristischer Ort. Noch nie in meinem Leben habe ich aber so viele Schulklassen gesehen, wie an diesem Tag in D.C. Busweise sind immer neue angerollt. Ich hab mal mit einer Lehrerin gesprochen und die meinte, dass wohl viele vor den Sommerferien hier sind. Macht Sinn! 

Beim Martin Luther King Jr Memorial hatte ich die Lehrerin gefragt.
Alles befindet sich wunderbar in Gehweite. Von daher ging es für mich nun zum Abraham-Lincoln Memorial. Davor habe ich noch ein Zwischenstopp beim Rosevelt-Memorial gemacht. Die Gedenkstätte für Lincoln ist genauso prächtig, wie man sie immer im Fernsehen sieht!
Direkt zu Lincolns Füßen liegt dieses schöne Wasserbecken, wo sich die das Washington Monument an ruhigen Tagen im Wasser spiegelt. Heute war zum Glück so ein ruhiger Tag. Als könnte es nicht besser kommen, flog auch noch "Marine one" vorbei, der Hubschrauber des Präsidenten.

Danach habe ich mich in Richtung Heimweg zum Hostel begeben. Dabei passierte ich die Vietnam-Gedenkstätte und ein kleines weißes Haus. Es ist gar nicht so groß, wie man es sich immer vorstellt. Außerdem ziemlich zugebaut. Aber es ist, das einzig wahre weiße Haus!

Was mich überrascht hat, war, dass einfach Leute vor der Einfahrt zum Weißen Haus Hockey gespielt haben. Dass das die Security einfach gar nicht gestört hat. Ich hab dann mit einem Mann vom Secret Service gesprochen und der meinte, dass sie da ein Auge zudrücken. Irgendwie haben ich das Gefühl, dass alle Sicherheitskräfte zu mir so nett sind! 

Eine Sache, die mich schockiert hat, als ich die Schulklassen sah, war, dass viele junge Schüler so offen Trump unterstützen. Die tragen dann Trump Fischerhüte. Es ist wirklich traurig.
Warum ist, und damit zurück zum Titel, Washington eine Stadt wie Hamburg. Die Menthalität ist die gleiche. Die meisten Leute hier sind progressiv, fit und umweltbewusst. Das gibt einem das Gefühl wieder in Europa zu sein. Auch, dass die Stadt keine Hochäuser besitzt und die Innenstadt einfach angenehm zu Fuß begehbar ist, erinnert mich an Hamburg. Sowohl von außen als auch von innen spühre ich eine Ähnlichkeit.

Zurück im Hotel habe ich noch ein wenig Uno auf dem Dach mit den Briten gespielt und mit ein paar Leuten gequatscht. Es ist ein einfacher ein sehr kommunikativer Ort, voller kommunikativbereiter Europäer. 

Ich freue mich auf Tag 2. Diesmal mehr Museen. Ich bin gespannt!

Viele Grüße aus der Hauptstadt!
Lenny

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