Me - wie mein Aufenthalt in den Staaten mich geprägt hat

 - kein Reiseeintrag - nichts neues passiert - nur öffentliche Selbstreflexion - Lenny brabbelt nur über sich selbst

Ich habe nicht wirklich irgendetwas zu tun. Deshalb habe ich Zeit über mein Leben nachzudenken und mir die Frage zu stellen: inwiefern (war immer das beste Leitfragewort bei Frau Junker :) hat mich der Aufenthalt in den Staaten verändert?

Es war mein Patenonkel Heinrich, der mich vor geraumer Zeit darauf hinwies: “Mensch, Junge, du hast dich aber schon echt verändert”. Das hat mir seitdem zu denken gegeben. 

Ich glaube, dass mich diese 6 Monate rückblickend gesehen, unglaublich geprägt haben. Vor meiner Abreise war ich mir nicht sicher, wer ich war und was ich will. Ich glaube, dass ich hier in den USA näher zu mir selbst gefunden habe. Ich sehe klarer, was ich will.

Ich habe das volle Maß an Eigenständigkeit erreicht, dass ich mir immer (unbewusst) gewünscht habe. Ich bin 4 Wochen lang die Ostküste vom südlichsten Punkt der USA bis nach Minneapolis entlang gereist. Ohne die Hilfe von irgendjemandem. In einem Land, dass es einem so schwierig wie möglich macht, eigenständig zu sein, wenn man kein Auto besitzt. Ich habe auf meiner Reise bis zum Camp Freundschaften mit Fremden, aus dem Internet (siehe New York, Washington), geschlossen - ich bin ein offenerer Mensch geworden.

Camp jedoch hat mich am meisten geprägt. Es ist ein Ort, der so anders als alles ist, was ich bis jetzt gesehen habe und einen deshalb dazu zwingt, seine mentalen Mauern einzureißen und die beste Version von sich selbst zu werden. Es ist ein Ort, der einem nie sozialen Freiraum gibt. Für den einen ist das zu viel. Mir hat es jedoch einen unglaublichen boost an social Skills gegeben. Nicht nur waren wir immer zusammen, es waren die unterschiedlichsten Menschen, die da auf diesem kleinen Fleck Erde zusammengepfercht waren. Es sind verschiedene Kulturen aufeinander geprallt und all das ist ein Reichtum an Erfahrungen, den ich nicht erwartet habe.

Ich hatte mir zu Beginn der Reise ein Ziel gesetzt. Das habe ich erreicht! Wen es interessiert, der kann gerne nachfragen. 

Bei den Johnson’s auf der Terrasse habe ich die Entscheidung getroffen, Stadtplanung zu studieren. Ich hatte soviel Zeit darüber nachzudenken und habe Bücher mit meinen Gedanken gefüllt. Ich glaube bis heute, dass dieser Ort, an dem niemand mich und meine Entscheidung beeinflussen konnte, ein symbolischer Ort ist. 

Im Camp habe ich nicht nur meine Freundschaften wertgeschätzt. Ich habe auch gemerkt und wertgeschätzt, wie sehr ich doch das eigenständige Leben schätze. Deshalb habe ich mich für, was dem Camp in einem gewissen Sinne am ähnlichsten kommt, für Studentenwohnheime in Hamburg beworben. Ja, ich würde gerne ausziehen. Weil die Wohnungssituation in Hamburg so Scheiße ist, werde ich wohl erstmal wie geplant in den Hammer Hof oder die Luetkensallee einziehen. So gut das Leben dort auch ist, ich habe bei meinem zweiten Besuch in Chicago gesehen, wie ich mein Leben ändern möchte. Dafür muss gewiss ein Job her. 

Ich weiß auch, dass der 7. Oktober ein gutes Datum ist, um heimzufliegen. So sehr ich meine Freunde auf dieser Seite des Atlantiks auch vermissen werde, ich weiß, dass ich drüben auch vermisst werde und euch alle vermisse! Ich schreibe diesen Blog auch als kleinen Hinweis, dass da vielleicht in Hamburg ein etwas anderer Lenny landet, als man ihn kennt. 

Ich bin aber immer noch überzeugt von meiner Idee für die restlichen Tage und freue mich aber schon auf das Studium, die Leute und einen guten alten Döner!!!

P.S. stimmt es, dass der mittlerweile 7 Euro kostest?!

P.P.S. Hier ist ein interessanter Podcast zur Frage:  

Wie Aufenthalte im Ausland uns prägen

(Ich werde das einfach posten und gegebenenfalls ergänzen)

Kommentare