Wie sind die Hamburger so drauf? - Die Menschen in Hamburg
Bevor ich in die USA gefahren bin, hat mir meine Organisation ein Handbuch mitgegeben. Das Handbuch enthielt Informationen zu den Lebensweisen, Traditionen sowie Does and Doen'ts der Amerikaner. Im Grunde haben wir also echt eine Anleitung bekommen, worüber man sprechen kann und welchen Themen (Politik, Waffen, Religion und alles andere Kontroverse) man besser meiden sollte. Gewarnt wurden wir auch vor den Kulturschocks. Ich war schon 2020 in den USA und mich hat es immer umgeworfen, wie freundlicher doch der tägliche Umgangston ist. Damit wären wir auch schon bei dem Thema, bzw. muss ich mich heute mal ein wenig über meine Mitbürger beschweren.
(Mein zweiter Kulturschock war übrigens die Arbeitskultur und insbesondere das ganze Gesinge und Getanze im Camp)
Ich habe mich gestern mit meinem Kuppel Ricky über die Hamburger Mentalität unterhalten. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass wir im Winter nur wenig Sonnenlicht, also Vitamin D, bekommen oder ob es daran liegt, dass es immer so grau und regnerisch ist. Jedenfalls sind meine Hamburger gefühlt im Sommer gleich mal viel besser drauf. Ich sag das hier nicht nur aus Witz, denn in Finnland ist das mit dem wenigen Sonnenlicht und den Depressionen ja sogar so schlimm, dass sie in die Bushaltestellen Lichtkörper eingebaut haben, die Anti-depressiv wirken sollen. Welcher Grund es am Ende auch sein mag, ist mir relativ egal. Aber das kann doch nicht so weitergehen?!
Ich beschreibe hier nicht aus der Rosa-Rückblick-Brille, in der alles aus der Vergangenheit schön aussieht und man die schlechten Sachen vergisst. In Hamburg haben die Leute wirklich keine Lebensfreude und gucken alle Mies. Wenn man jemanden grüßt, kann es wirklich sein, dass der nicht zurückgrüßt. Morgens im Schienenersatzverkehr treten einem die Leute auf die Füße und es wird gequetscht, weil jeder noch irgendwie in den Bus will.
Mir geht es aber hier um etwas noch allgemeineres. Ich habe in den USA Leute getroffen, die im Grund genommen einen Job haben, der relativ scheiße ist. Trotzdem waren die immer super freundlich und hilfsbereit - und das war nicht im Zusammenhang mit Trinkgeld. Einige meiner Unterhaltungen über die USA waren davon geprägt, dass sich der mir Gegenüber über diese Fake-Freundlichkeit beschwert. Natürlich gibt es die. Ich glaube nicht, dass sich der Mitarbeiter am Eingang von Target wirklich dafür interessiert, wie es mir geht. Na und? Es schadet doch nicht zu fragen. Nein, es macht das Leben netter. Man wird als Kunde bemerkt, wertgeschätzt. Es sind diese ganz vielen kleinen Unterhalten zwischen den Amerikanern, das kurze "Hi, how are you?", dass vielleicht dafür sogt, dass alle ein wenig netter drauf sind.
Ich war lange Zeit mal Fan von einer Youtuberin, die viel über Deutschland und Amerika und die unterschiedlichen Kulturen berichtet hat. Als Erklärungsversuch hat sie mal gesagt, dass das mit der Geschichte der Staaten zusammenhängt. Die USA waren als Einwandererland quasi dazu gezwungen nett zueinander zu sein. Wie in der Steinzeit war sozusagen die Idee, dass sich viele wenige Einwohner zu einem ein großes Rudel zusammenschließen müssen, dass dann Wiederrum eine höhere Überlebenschancen hat. Das oben bitte nicht wörtlich nehmen
Welchen Grund auch immer es hat, es ist wahr und wir müssen hier was ändern. Ich entschuldige mich hier einmal bei meinen Freunden und der Familie, denn ihr seid natürlich die Besten. Vielleicht will ich mit diesem Blogeintrag auch nur sagen, dass ich die USA und ihre Menschen unglaublich vermisse!!! Mein deutscher Kulturschock ist jedoch zweifellos die fehlende Lebensfreude und Freundlichkeit der Menschen im Alltag. Leute echt jetzt: kopf hoch und lächeln!
P.S beim nächsten Mal gibt es eine schöne Geschichte aus Deutschland



Kommentare
Kommentar veröffentlichen